Wahl durch Suchmaschinenoptimierung beeinflusst
Demoskopen geben reihenweise ihren Beruf auf und ziehen sich in die Einöde der sibirischen Steppe zurück um das Erlebte zu verarbeiten. CDU-Politiker blicken ungläubig auf einen Scherbenhaufen. Die FDP schwört in einem einstimmigen Präsidiumsbeschluss trotzig der Politik ab und empfiehlt seinen Spitzenpolitikern den endgültigen Wechsel in die freie Wirtschaft. Die Grünen hadern mit ihren Prinzipien und erwägen den Wechsel ins christlich-soziale Lager.
Damit hatte niemand gerechnet, allen Umfragen zum Trotz konnte Schwarz-Gelb keinen Sieg davontragen. Das Ergebnis der Bundestagswahl führt zu einer Patt-Situation zwischen den beiden großen Lagern, wie sie Bundesrepublik noch nicht gesehen hat.
Wie konnte das nur geschehen? Gerüchten zufolge hat die SPD wenige Wochen vor der Wahl einige Suchmaschinenoptimierer angeheuert um die Meinung des Bürgers doch noch zu kippen. Dabei wurden die Top-Leute der Branche verpflichtet. Diese gingen taktisch klug an die Sache heran und durch ein Googlebombing wurde zunächst die Website der CDU für die Begriffe “Steuergerechtigkeit, Steuersenkung, Lohnzusatzkostensenkung” usw. in die Sandbox befördert.
Anschließend optimierte man die Seiten der SPD auf eben diese Suchbegriffe. Dies führte dazu, daß sich politisch Interessierte, die sich über eben diese Begriffe informieren wollten, auf den Seiten der SPD wiederfanden. Hier wurden selbstverständlich sämtliche “Wahlversprechen” aus dem Bundestagswahlkampf 2002 entfernt, um den unentschlossenen Wähler nicht unnötig zu verwirren.
Trotz aller Bemühungen ging das Kalkül der SPD nicht ganz auf, für eine Rot-Grüne Mehrheit reichte es nicht. Aber auch hier hatte das gegnerische Lager die “Kreativität” des Beraterstabes der SPD unterschätzt. Und so trat die SPD-Spitze vor die staunende Presse und verkündete, daß man die “Union” doch bitte nicht als Einheit zu betrachten hätte, schließlich setze sie sich aus Evangelischen und Katholischen Christen zusammen und die gingen ja schließlich nicht zusammen in eine Kirche, möglicherweise gingen Teile ja auch garnicht in die Kirche. Das könne man ja nun nicht als eine Fraktion betrachten.
Gebetsmühlenartig wurde diese “These” dem gemeinen Wahlberechtigten vorgekaut, bis dieser freundlich abnickte. Und so kam es, wie es kommen mußte, es wurde eine große Koalition zwischen der SPD und dem evangelischen Flügel der CDU, die sich inzwischen gespalten hatte, gebildet, natürlich unter einem Kanzler Schröder.
Und wenn Sie nicht gestorben sind, regieren sie noch heute …